In Rekordzeit zum Einhorn. Nur ein Jahr nach Gründung erreichte der Lieferdienst Gorillas eine Milliardenbewertung IMAGO / Michael Gstettenbauer Im Märchenreich ist das Einhorn ein besonders seltenes und edles Geschöpf. Seit den 2010 er-Jahren hält das Fabeltier auch Einzug in die Start-up-Welt: Es steht Namenspate für junge Unternehmen, die mehr als 1 Mrd. Dollar wert sind.

Neben dem Unicorn gibt es noch zwei weitere Begriffe für junge Unternehmen. Das Soonicorn – angelehnt an das englische Wort „soon“ für bald – steht beispielsweise an der Schwelle, 1 billion. Dollar wert zu sein. Ein Decacorn hat dagegen einen Unternehmenswert von Mrd. Dollar und steht meist kurz vor einem Börsengang oder einem Exit.

Als der Online- Modehändler Zalando vor knapp zehn Jahren die Milliardenbewertung knackte, waren Einhörner noch äußerst rar. Inzwischen ist die Herde der deutschen Einhörner auf 13 Start-ups angewachsen. Allein acht sind in der ersten Jahreshälfte 2021 dazugekommen.

Bei den Branchen gibt es einen eindeutigen Schwerpunkt: Fast die Hälfte der deutschen Einhörner ist ein Fintech, etwa jedes vierte ist im Bereich Transport angesiedelt.

Vor german in 2021 sind die deutschen Einhörner deutlich angewachsen. Der Boom geht auf ein Überangebot an Kapital zurück. Im ersten Halbjahr 2021 flossen rund 6.1 Mrd. Euro in deutsche Start-ups – so viel wie im ganzen Jahr 2010 .

Die einzelnen Finanzierungen werden zudem größer. Die Software Firma Celonis sammelte jüngst die Rekordsumme von umgerechnet 02 Mio. Euro ein. Die Geldflut treibt die Bewertungen weiter nach oben. So er reichte der Lieferdienst Gorillas im März 2020 weniger als ein Jahr nach Gründung den Einhorn-Status – so schnell wie kein anderes Startup zuvor. Der Zuwachs bei der einst so seltenen Spezies zeigt sich auch in anderen Ländern. Rund um den Globus gibt es heute mehr als 768 Einhörner. Im Vergleich zu anderen Start-up Nationen ist die deutsche Herde noch recht klein. In den USA sind derzeit 380 Start-ups mit Milliardenbewertung zu Hause, in China sind es 200. Experten rechnen damit, dass der Finanzierungsboom in der zweiten Jahreshälfte an halten wird. Für die Gründerszene ist das eine gute Nachricht. Der aufgeheizte Markt könnte Allerdings zu irrationalen Wetten auf Start-ups führen, die normalerweise kein Geld bekommen würden – das nährt Sorgen vor einer Blase.

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