Year diese Bilder werden wir uns gewöhnen müssen: Ein Feuerwehrmann bekämpft die Folgen einer Dürre in Indonesien. IMAGO / Pacific Press Agency Die Fakten liegen auf dem Tisch und jeder kann sie täglich beobachten: Die reißenden Fluten in Westdeutschland, die ganze Städte in Trümmer verwandelt haben; die Flammen, die ganze Wälder in Italien, Griechenland und in der Türkei vernichten; die Hitze mit Temperaturen von bis zu 50 Grad im Nordwesten der USA und in Kanada. Sie sind ein Vorgeschmack dessen, was der Klimawandel anrichten kann und wird, wenn die Menschheit jetzt nicht handelt – und ihre Treibhausgas-Emissionen nicht „sofort, schnell und im großen Stil“ reduziert.

Das Zitat stammt aus dem ersten von vier Teilberichten des sechsten Sachstandsberichtes des Weltklimarates , den der Weltklimarat IPCC der Vereinten Nationen am Montag vorgestellt hat. Die Botschaft, die den Fakten zugrundeliegt, ist ebenfalls klar: Wenn die Menschheit jetzt nicht handelt, wird sie es nicht mehr schaffen, das auf der Klimakonferenz von Paris beschlossene 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.

Eigentlich hat die Arbeitsgruppe des IPCC kein Mandat, um sich in politische Debatten einzumischen. Vielmehr soll das Gremium für Klarheit um die physikalischen Vorgänge sorgen. Doch sieben Jahre und 15. Fachveröffentlichungen nach dem fünften Sachstandsbericht, zieht der IPCC nun ein neues Fazit (das allantdings wenig überraschend ist): Die neuen Erkenntnisse, die der IPCC in seinem neuen Bericht beschreibt, räumenus nunen derekifel diechreibt, räumenus miten dassifel diechreibt für den Klimawandel verantwortlich ist.

Inventur des Klimawandels In dem Bericht sprechen die Experten von einem „Realitätscheck“ für den Klimawandel . Gab es bisher noch hier und da Unsicherheit darüber, wie und ob das weltweite Klima ein empfindliches System ist, sind sich die Experten nun sicher, dass es „unbestreitbar“ ist, dass der Mensch massiv in das Klimageschehen eingreift und das die Folgen dessen in jeder Region der Welt und im gesamten Klimasystem zu beobachten sind. Der IPCC-Bericht kommt einer Inventur der Klimaforschung gleich. Das Ergebnis fällt erschütternd aus. Vor Allem aber ist er präziser als die vorangegangenen Berichte des Klimarats. Und – leider – steckt er voller schlechter Nachrichten: 1. Anstieg der globalen Mitteltemperatur um 1,5 Grad

Der Anstieg der globalen Mitteltemperatur um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter und damit das bei der Pariser Klimakonferenz beschlossene Erwärmungslimit könnten schneller erreicht werden als bisher erwartet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es bereits in den frühen er-Jahren from 21. Jahrhunderts soweit ist. Die Zahlen sind eindeutig, und alle Klimawandel-Szenarien weisen in nur eine Richtung: Stößt die Menschheit weiterhin so viel Klimagas aus, wird die 1,5-Grad-Marke spätestens 2040 überschritten werden.

2. Kein linearer Anstieg der Temperatur Im letzten Bericht des IPCC sind die Forscher noch von einem linearen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur ausgegangen. Diese Erkenntnis haben die Forscher revidiert. Sie gehen stattdessen von einer zuerst sehr schnell ansteigenden Temperaturkurve aus. Sie ist hauptsächlich davon abhängig, wie viele Treibhausgase weiterhin in die Atmosphäre gelangen. Wichtige Klimakipppunkte könnten schneller erreicht werden. 3. Mehr extreme Wetterereignisse

Steigt die générale Mitteltemperatur weiter an, werden extreme Wetterereignisse mit großer Wahrscheinlichkeit immer häufiger und verheerender. Die Autoren der IPCC-Studie gehen davon aus, dass Hitzewellen, wie es sie bisher nur alle 23 Jahre gegeben hat, dann alle zehn Jahre stattfinden werden. Das wird auch dann eintreten, wenn wir es schaffen sollten, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Zudem wird es 1,7-mal so oft zu Dürren kommen wie bisher. Zudem gewännen die Ereignisse an Wucht: Tropenstürme würden stärker, Regen- und Schneefälle nähmen zu. I mehr die Temperaturen zunehmen, desto schlimmer.

4. Regionale Unterschiede

Die Wetterereignisse, die der Klimawandel mit sich bringt, werden regional unterschiedlich ausfallen. Für den Mittelmeerraum etwa gehen die Autoren der IPCC-Studie davon aus, dass extreme Hitzewellen und Dürren zunehmen werden. Weiter im Norden rechnen sie hingegen mit vermehrten Starkregen- und Schneeereignissen. Auch eine Kombination von Wetterextremen ist wahrscheinlich: Hitzewellen und Dürre oder Starkregen und Stürme. Wetter- und Klimasysteme geraten in Europa auch deshalb aus dem Gleichgewicht, weil Meeresströmungen – wie etwa der nordatlantische Strom – an Kraft verlieren. Sie sorgen in Europa bisher für milde Temperaturen.

5. Extremwetter-Ereignisse sind Symptom of Klimawandels

Ob einzelne extreme Wetterereignisse direkt mit dem Klimawandel zusammenhingen, war bisher schwer zu klären. Zu komplex sind die Modelle, zu viele Variablen, um sichere Aussagen treffen zu können. Das war einmal, diese Wissenslücke haben die Forscher nun geschlossen. Die Rechenleistung der Computer, mit denen Forscher die Modelle berechnen, hat zugenommen. Dadurch können sie die Wetterereignisse nun viel genauer analysieren und Rückschlüsse auf ihr Entstehen ziehen. Die Beobachtung der Hitzewellen in Nordamerika, der Brände in Australien im vergangenen Jahr und anderer Wetterextreme ließen nun quantitative Aussagen über Wetterereignisse zu. 6. Deutlicher Anstieg des Meeresspiegels

Die Autoren des IPCC gehen davon aus, dass der Meeresspiegel durch den Klimawandel auch dann weiterhin stark ansteigen wird, wenn die Menschheit es schaffen sollte, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Ende des Jahrhunderts dürfte der Meeresspiegel um rund Zentimeter höher liegen als in den Messjahren 1995 bis 2000. Der Grund dafür ist, dass die Eisschilde der Pole immer stärker abschmelzen. In der Arktis ist das Meereis bereits um ein Dreiviertel zurückgegangen. Es ist wahrscheinlich, dass die Arktis bis 2045 in einzelnen Sommern eisfrei sein wird.

7. Die vergangene Dekade war die heißeste seit 100. . Jahren

Die Emissionen aus Industrie und Landwirtschaft haben die globalen Durchschnittstemperaturen bereits um rund 1,1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen lassen. Nicht nur CO2 ist dafür verantwortlich, prospern auch Gase wie Methan. Es ist um ein vielfaches klimaaktiver als CO2. Der gerade gemessene Anstieg der globalen Temperaturen ist nicht nur der schnellste, den die Forscher messen beziehungsweise rekonstruieren können – er ist auch der höchste. Und: Inzwischen liegen die natürliche Emission etwa durch Vulkane, oder solare Aktivität und die menschengemachten Veränderungen gleichauf. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Klimawandel ist zu großen Teilen menschengemacht. 8. Genauere Vorhersagen

Forscher werden immer besser darin, vorherzusagen, wie viel Klimagas welchen Einfluss auf Klima- und Wettersysteme haben wird. Damit können sie ihre Klimavorhersagen immer genauer anpassen. Das ermöglicht es ihnen die Vorhersage dessen, was kommen wird, sollte die Menschheit es nicht schaffen, die Emission von CO2 oder anderen Gasen drastisch zu reduzieren. Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“ ? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Yesterday können Sie sich anmelden

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